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 Denkt nach
a17traceur
Das muss man mal gelesen haben!!
Dieser Text von Blane ist einfach nur genial
schaft euch am besten eure eigene Meinung!
unbedingt lesen

Ich habe jetzt schon seit längerer Zeit nichts mehr geschrieben, weil ich sehr mit meinen Gedanken beschäftigt war und ich fühle mich jetzt gerade bereit, das, was bei meinen Überlegungen herausgekommen ist, mit anderen zu teilen. Dieser Eintrag könnte dir nicht gefallen, vielleicht sieht es so aus, als ob er an dich gerichtet ist und vielleicht ist er das sogar.
Ich kann damit Leben, nicht mehr gemocht zu werden, weil ich die Wahrheit sage, aber ich kann nicht mit dieser Meinung weiterleben ohne sie mit anderen Leuten geteilt zu haben. Ich weiß, das ich nicht der einzige bin, der folgendes denkt, aber ich fühle, das es wichtig ist, dies zu verbreiten und wenn es auch nur die Denkweise einer einzigen Person ändert! Ich schreibe das hier vor allem für einen meiner Freunde, mit dem ich jetzt schon seit längerer Zeit nicht mehr trainiert habe. Ein Freund, der ein bischen unmotiviert ist, ein bischen distanziert, ein bischen darüber besorgt, dass er nicht so gut ist wie andere Leute. Das ist für ihn und alle anderen Menschen, die sich entmutigt fühlen, weil um sie herum Leute Sachen machen, die er sich nicht traut... und ich ich schreibe dies für die Neuzugänge im Parkour.
Gestern war mein 1300. Tag, an dem ich Parkour trainiere. Ich glaube nicht besonders an diese Jubiläen, aber an diesem Tag haben sich die Gedanken von 2 Wochen zusammengetan und haben sich in meinem Kopf verfestigt.
Ich fing vor 1301 Tagen mit meinem Training an, am 10 September 2003, der Tag nach dem „Jump London“ zum ersten mal auf Channel 4 ausgestrahlt wurde. Es ist unglaublich wie stark sich mein Leben seitdem verändert hat.
Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Training vor 185 Wochen und 6 Tagen. Ich trainierte mit einem guten Freund zu dieser Zeit, Tom, und wir waren beide so begeistert, während wir „Jump London“ guckten, dass wir direkt anfangen wollten zu trainineren / mit dem Training beginnen wollten. Ich weiß noch wie ich ein paar Vaults und ein paar kleinere Sprünge durch eine sich bewegende Schaukel gemacht habe. Ich erinnere mich noch an das erste mal wo ich richtige Angst spürte, als ich das Dach eines hiesigen Sport-Clubs runtersprang und mich auf dem Gras abrollte. Es war erschreckend in diesem Moment und ich glaube, es waren ungefähr 12 Fuß Höhe.
Ich habe das gemacht, weil ich glaubte, dass das Parkour war! Von hohen Sachen runterspringen und am nächsten Tag die Geschichten erzählen. Oh, wie wir uns weiterentwickelt haben seit dieser Zeit... aber haben wir das wirklich?
Wie die meisten Leute dir sagen werden, die ersten Tage nach deiner ersten Session sind die Hölle. Wer erinnert sich nicht an diese unaussprechlichen Schmerzen, während man Treppen geht, nach dem ersten richtig harten Training? Ich weiß noch, dass sich meine Waden während der nächsten 2 Wochen angefühlt haben, als ob eine Meute verärgerter Gangster mit Baseball-Schlägern auf sie eingeschlagen haben.
Heutzutage aber gibt es eine breite Fülle an Informationen, für Leute, die mit Parkour anfangen wollen, die ich damals nicht hatte, als ich mit meinem Training begann. Das meiste was wir probierten war „Trial and Error“ mit einer großen Dosis des letzteren. Aber neben den Vorzügen, aus den Erfahrungen von guten Traceuren zu lernen, frage ich mich, ob dies nicht doch Konsequenzen hat.
Ich verstehe, wie schwierig es für David Belle und all die anderen Traceure der ersten Stunde aus Lisses sein musste, als sie dieses Wagnis vor über 15 Jahren eingingen, ohne zu wissen was sie da taten oder wohin dies führen würde.
Sie gruben langsam einen Weg in eine neue Richtung und erleuchteten den Weg für die nachkommenden Traceure. Es dauerte viele Jahre, die meisten Grundbewegungen zu erschaffen und sie so zu verfeinern, dass man nur eine handvoll Bewegungen braucht, um fast jedes Hindernis zu überwinden. Eine epische Reise, die ein heutiger Traceur umgehen kann. Vor allem wenn man überlegt, dass man heute 10 neue Techniken in 2 Monaten lernt, wofür man damals in Lisses vielleicht 5 Jahre brauchte.
Das heißsst wenn wir uns weiterhin in dieser Geschwindigkeit entwickeln, Fortschritte machen und lernen, werden wir sicherlich zu ihnen in der Entfernung aufschließen, um mit zu graben, um ihnen zu helfen den Weg zu erleuchten, nicht wahr?
Nein, das glaube ich nicht!
Ich glaube dass wir uns auf dem gleichen Pfad so schnell auf sie zu bewegen, das uns der Sprit ausgeht bevor wir sie erreichen. Vielleicht drehen sie sich um zu uns, sehen uns in der Weite und hoffen, dass wir sie erreichen, um diese Disziplin weiter zu verbreiten. Aber ich bezweifle das viele Leute der folgenden Generationen sie jemals erreichen werden.
Um Stephane Vigroux zu zitieren, „Ich glaube für viele Menschen muss es persönlicher werden... jeder bewegt sich... und ich freue mich für sie... aber es ist zu schnell, zu leicht, zu viel show... einfach zu viel.“
Es gibt Leute die weniger als ein Jahr trainieren, die größere und weitere Sprünge machen als die jenigen, die 4 Jahre dabei sind und ich glaube das dies größtenteils an der breiten Masse an Informationen liegt, die zur Zeit verfügbar sind. Das hört sich im Prinzip gut an, dass die kommenden Generationen keinen „Trial and Error“ Prozess durchmachen müssen, um ein gutes Level in Parkour zu erreichen. Aber ich bin besorgt!
Ich glaube, dass das „Trial and Error“ Prinzip die Ur-Traceure von Lisses einiges über sie selbst gelehrt hat und sie mit der entsprechenden Kreativität, Passion und Mut ausgestattet hat, welche heutzutage vergessen ist und immer mehr von dem theoretischen Lernen ersetzt wird. Ich glaube auch nicht nur, dass ihre mentale und physische Stärke weit hinter meiner liegt, ich glaube auch, dass sich dies in den folgenden Generationen immer weiter „auswaschen“ (Dilution) wird. Heute haben die Leute Listen der Bewegungen zum abhaken und lernen, um zu den nächsten Bewegungen zu kommen, etwas größeres, etwas noch beeindruckenderes.
Der beste Weg um in der jetzigen Parkour Gemeinschaft Respekt zu erlangen, ist scheinbar, den größten Sprung mit der kleinsten Menge an Training zu machen. So lange man es macht, ist es egal, wie schlecht ausgeführt er ist, wie langsam der climb-up war, wie präzise die Landung war oder wie viel Schaden sich die Person dabei zugefügt hat. Jeder sagt das „X“ den Sprung „Y“ gemacht hat, also muss er besser als „Z“ sein denn er trainiert erst seid „W“ Monaten! Diese Einstellung kann schnell nach hinten losgehen. Zur Zeit fühle ich, dass dies die wahre Natur von Parkour zerstört hat. Man macht die Sprünge, um von anderen Leuten beachtet zu werden, und dies ist hart für jemanden, der wirklich an sich arbeitet und stetig Fortschritte macht, wenn er soetwas um sich herum sieht. Er fühlt sich unter Druck gesetzt und dass ist nicht seine Schuld!
Für mich ist Parkour ein langer und ausdauernder Weg – und keine kurze, epische Schlacht.
Ich mache mir nicht nur Sorgen um die mentalen Fortschritte und die Kreativität, welche von Anfängern vernachlässigt wird. Ich mache mir auch Sorgen um die physischen Schäden, die dieser theoretische Fortschritt verursachen wird.
Wie ich, haben vielleicht einige von euch Erinnerungen an einen Grossvater, welcher der einzige in der Familie war, der zur Essenszeit, trotz seines betagten Alters, die Glas-Konserven öffnen konnte. Diese „Kraft des Großvaters“ ist kein Mysterium – es ist das Ergebnis von 60 Jahren Arbeit, eine Stärke, die aus wiederholtem Benutzen der Muskeln über Jahre hinweg erschaffen wurde.
Ich frage mich, ob die zur Verfügung stehenden Abkürzungen den heutigen Ausübenden nicht die unersetzliche Muskelentwicklung raubt, die die Traceure aus Lisses haben, diese tief verwurzelten neurologischen Pfade und das riesige Muskelgedächtniss, welches kein Buch, Artikel oder gesprochenes Wort ihnen jemals geben könnte. Die „Kraft des Großvaters“
Wir wissen alle das man seinen Körper von Anfang an stärken kann und das dieses Training einem bei den technischen Fertigkeiten hilft, aber trotz allem merke ich das manche sich zu schnell weiterentwickeln. Ich sehe regelmässig Sachen, welche von neueren Traceuren gemacht werden,Sachen die sich vorher noch keiner von den Erfahreneren Leuten getraut hat, und manchmal haben die Erfahreneren ein schlechtes Gefühl dabei wenn sie es tuen... Oftmals hinterfragen sie dann ihr Training und wundern sich warum jeder besser zu sein scheint als sie selbst.
Es kamen Leute zu mir, nahezu deprimiert über ihr Training, welche nach Rat suchten und mich fragten was falsch gelaufen sei, oder was die neueren Jungs hatten und sie nicht. Die Antwort, die ich diesen Leuten gab, war einfach. Die Neuen machen die mega Sprünge, die beeindruckenden Techniken, die großen, die harten, die langen, die weiten Sprünge etc. Aber sie haben einen Docht angezündet, der sie Jahre vorher ausbrennt als ihnen lieb ist. Und zwar ganz einfach darum, weil sie noch nicht für diese Belastung bereit sind. Es ist nicht nur eine Frage der Knie! Was ist zum Beispiel mit dem Schaden den man den Schultern zufügt, wenn man hohe Drops von Ast zu Ast macht? Was ist mit ihren Ellbögen?
Was wird der Langzeit-Effekt davon sein?
Was wird der Langzeit-Effekt eines 12 Fuß Armsprung sein, wenn die Schultern nicht 10,000 kleinere erfahren haben?
Was wird der Langzeit-Effekt von 15 Fuß Drops zu Beton sein, wenn die Füße nicht 10,000 5 Fuß Drops gespürt haben?
Die Zeit wird’s zeigen.
Guck' dir die besten Traceure der Welt an. Geh nach Lisses und schau ihnen zu, sprich mit ihnen, trainiere mit ihnen und vor allem: lerne von ihnen! Sie sind nicht die Besten, weil sie genetisch dazu veranlagt sind, oder weil sie verrückt danach waren neue Sachen auszuprobieren als sie jünger waren. Sie sind auch nicht die Besten und die Stärksten, weil sie sich schnell weiterentwickelt haben. Sie sind die Besten und die Stärksten, weil sie sich stetig weiterentwickelt haben. Sie haben Lage für Lage auf ihre Rüstung, ihren Körper, gelegt, Jahr für Jahr, durch tausendfaches wiederholen. Sie haben diese tief verwurzelte „Kraft des Großvaters“, diese Belastbarkeit und Resistenz gegenüber Verletzungen, welche aus dem stetigen Fortschritt resultiert.
Einige Interviews fragten David nach Verletzungen , aber David schüttelte immer mit dem Kopf und sagte, seinen Knien geht es gut, seine Arme seien in Ordnung und er hat auch sonst keine Schmerzen. Das sagt er nach 18 Jahren Training. Im Gegensatz zu heute, in denen wir Leute mit weniger als einem Jahr Training haben, die Monate wegen ihren Knien aussetzen müssen, oder wegen ihrer ausgekugelten Schulter oder wegen einer Sehnenentzündung...
Chirurgische Eingriffe um den Körper zu reparieren, bevor man 20 Jahre alt ist. Ist das ein Zufall? Oder liegt es daran das wir uns zu hart und zu schnell puschen, um der beste zu sein und uns mit anderen zu vergleichen?
Parkour ist eine individuelle Reise, und dazu eine, welche harte Arbeit vorraussetzt. Es gibt keine Abkürzungen und keine schnellen Hilfen. Wenn du „to be and to last“ sein willst, dann schlage ich vor, du schaust dir dein Training genau an und fragst dich ob du dies nur zum Spass machst, nur für ein paar Jahre, bis du dich niederlassen kannst, dir einen Job suchst, heiratest, Kinder kriegst, um dann mit Parkour aufzuhören. Wenn das so ist dann mach was du willst, mache die beeindruckenden Sprünge, mache alles was du willst und schaue nicht zurück. Sei dir aber dessen bewusst, dass du einen Einfluss auf die anderen hast, welche hart an sich arbeiten, um stark zu werden. Versuche dir dies im Gedächtnis zu halten, wenn du sagst „Ich hab's gemacht... warum du nicht auch?“
Aber wenn du wirklich deinen Körper disziplinieren willst, stark werden willst, um in Parkour bestehen zu können, dann darfst du dich nicht mit anderen vergleichen. Es kann verlockend sein, etwas über deinem Level zu machen, wenn es weniger Erfahrenere vormachen. Sei der/die stärkere Mann/Frau und begreife, dass sie sich damit selbst Schaden zufügen. Sei stolz darauf zu wissen, dass du dich nicht dem Gruppenzwang untergeordnet hast. In 10 Jahren, wenn sie mit Krücken rumlaufen, wirst du den Sprung einhundert mal machen, ohne einen Tropfen Schweiss dabei zu vergeuden.
Ich bin mir nicht sicher, wie wir den zukünftigen Generationen und dem zukünftigen Parkour helfen können. Wenn wir sie mit unserer Erfahrung versorgen, können wir sie auf einiges vorbereiten, aber dies sollte kein Ersatz für das „Trial and Error“ Prinzip werden, weil wir sonst nur Klone unserer Lehrer wären. Es muss ein Element des „Trial and Error“ Prinzips sowie ein erforschendes Element erhalten bleiben. Es muss erlaubt sein, in seiner eigenen Zeit voranzukommen, ohne dieses Druck-Gefühl zu verspüren. Es ist eines meiner persönlichen Ziele, Leuten zu helfen, die diesen Druck spüren, wenn sie etwas tuen, was sie eigentlich nicht wollen. Es wäre super wenn sich manche, die sich das hier durchlesen, die Zeit nehmen könnten um es mir gleich zu tun.
Um die zwei Punkte in dem obigen Artikel zusammenzufassen:
1) Wenn du neu bist in Parkour, versuche so viel wie möglich selbst herauszufinden und lerne von denen, die diesen Weg bereits vor dir begangen haben. Aber verliere nie deine Kreativität und die Fähigkeit, für dich selbst nachzudenken. Probiere neue Sachen aus, entdecke unterschiedliche Methoden und entwickele dich in deiner eigenen Geschwindigkeit. Woran du dich erinnern musst, ist, dass diejenigen vor dir mehr physische Erfahrung haben. Und vor allem besitzen sie das, was ich vorher als „Kraft des Großvaters“ beschrieben habe. Diese Stärke kann nicht weitergegeben oder gelehrt werden. Man kann durch die Theorie rasen, aber man darf keine Abkürzungen bei der praktischen Seite nehmen, wenn man in dieser Disziplin bestehen will.
2) Wenn du bereits Erfahrung in Parkour gesammelt hast und du fühlst das neuere Leute besser sind als du, dann fühle dich nicht unter Druck gesetzt, dich zu hart zu puschen. Mache keine Sachen, nur weil die anderen sie machen! Versuche sie vor den Gefahren zu warnen, wenn sie Sprünge machen, die über ihrem Level liegen. Selbst wenn sie die Sprünge tuen können, heisst das nicht, dass sie diese Sprünge auch machen sollten!
Sie lernen schneller wegen dem Reichtum an Informationen, wegen deiner harten Arbeit! Wenn du dich um die Zukunft von Parkour kümmern willst, dann ist es deine Aufgabe, ihnen zu helfen, damit sie angemessene Fortschritte machen, wenn du glaubst dass sie sich zu schnell entwickeln. Wenn wir das nicht tun, dann wird Parkour langsam aussterben, weil die Ausübenden immer schwächer und schwächer werden. Zum Beispiel durch Verletzungen, Übertraining und Gelenkverschleiss.
Wirst du dazu beitragen, dass sich Parkour und seine neuen Traceure auswäscht (Dilution), oder wirst du helfen es zu konzentrieren und zu stärken?
„Geh' sanften Schrittes, denn Du gehst auf meinen Träumen.“ - William Butler Yeats
posted by a17traceur @ 2010-07-06 23:00:44 in Allgemeines
Beiträge: 1 
 
rocket
 Re: Denkt nach
Das Statement ist schon relativ alt (April 2007), aber hat heute (umso mehr) Gültigkeit!
Gerade Anfängern sei dies ans Herz gelegt.
OK, es ist bisserl mühsam zu lesen, da die deutsche Übersetzung nicht leicht zu lesen ist ...

Daher hier der Link zu Chris "Blane" Rowat's Blog : http://blane-parkour.blogspot.com/2007/04/dilution.html

Unbedingt lesen ... und nachdenken!

Danke für's posten!!!

Greetz Rocket
posted by rocket @ 2010-07-07 17:55:30 in Parkour Training
Beiträge: 1